Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Knecht,
sehr geehrte Damen und Herren,
die Planungen des Hochbauamtes zur Sanierung des Forums basieren auf der Fragestellung, was wollen die Betreiber für zukünftige Nutzungen ab 2031-folgende.
Was ist unabdingbar notwendig für Veranstaltungen der Ludwigsburger Vereine ?
Was ist für die Schloßfestspiele unverzichtbar ? Was ist heute „wünschenswert“ und soll dazu dienen, das Ludwigsburger Forum als überregionales Kongresszentrum nach einer fünfjährigen Schließzeit wieder wirtschaftlich am Markt zu etablieren.
Diese Vorgehensweise ist nach Ansicht der Freien Wähler Ludwigsburg falsch, weil sie die realen wirtschaftlichen Verhältnisse und die finanziellen Möglichkeiten der Ludwigsburger Stadtgesellschaft nicht verantwortungsbewusst berücksichtigt.
In der Leistungsphase 0 wurden Fragen nach kostengünstigeren Alternativen, reduziert auf „unabdingbar notwendige“ Mindestmassnahmen und Reparaturen nicht umfassend geprüft. Auch wurde kein Konzept mit günstigen Ersatzmaßnahmen erarbeitet, wie der Forum-Betrieb um weitere 5 oder 10 Jahre verlängert werden kann.
Auch gibt es kein Alternativ-Konzept für eine kostengünstige Teilsanierungen, die eine mehrjährigen Schließzeit verhindert. Die Kosten für die Schließzeit sind zu benennen.
Wesentliche Fragen sind nach über einem Jahr Planungszeit noch immer offen und wir bitten um Offenlegung der Unterlagen:
1. Abnahmeprotokolle von 1988 (Gebäude, Brandschutz und Gebäudetechnik), sowie der Betriebserlaubnis
2. Wann wurden die Mängel, die aktuell eine Weiterführung des Betriebes gefährden bekannt und wer hatte davon Kenntnis?
3. In der Präsentation des Hochbauamtes wird eine zeitlich befristete Duldung als Sanierungsgrund genannt.
Wir bitten um Aushändigung dieses Dokuments mit seiner fachlichen Begründung, insbesondere die Erläuterung, welche Mängel für eine Befristung der Nutzungsdauer des Gebäudes verantwortlich sind und die dafür verantwortlichen Stellen.
4. Über die thematisierten unabdingbaren Mängel des Bauwerkes werden in der Präsentation des Hochbauamtes weitere Mängel genannt, die eine Totalsanierung z.B. der Haustechnik erforderlich machen, angeführt. Wir bitten um eine räumliche Zuordnung (Theatersaal mit Bühne, Bürgersaal, Foyer, Nebenräume) und gewerkmäßige Aufteilung und Erläuterung mittels Maßnahmenkatalog, was von den Planern als unabdingbar notwendig bei z.B. der Sanitär.-, Heizungs.-, Lüftungstechnik, Elektrotechnik und der Bühnentechnik eingeschätzt wird und wie sich die Kosten hier konkret zusammensetzen.
5. Zusätzlich zu den vorigen Punkten bitten wir um Erläuterung, welche Maßnahmen explizit für den Brandschutz erforderlich sind und bitten dabei um eine differenzierte Gegenüberstellung für:
a) Erhalt des genehmigten Brandschutzkonzeptes im Bestand von 1988 mit Reparatur der inzwischen konkret bekannten Mängel.
b) Neues Brandschutzkonzept nach Qualitätsstandart 2030 zur Wiedereröffnung nach der Kernsanierung mit konkreter Auflistung der zusätzlich geplanten Maßnahmen.
Über alle weiteren Fragen zur Finanzierung, den notwendigen Wartungskosten ab dem Jahr 2032 – 2072, der realistischen Nutzungsdauer neuer Technik (Elektronik), sowie den Kosten der Ersatzspielstätten während der Schließzeit, bekommen die Ludwigsburger Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2032 für ca. 180 Mio € ein Forum zur Nutzung für mindesens 40 Jahre zurück, das aussieht wie damals 1988.
Freie Wähler Fraktion Ludwigsburg
Jochen Zeltwanger, Hans-Peter Peifer, Kilian Raasch, Bernhard Remmele,
Gabriele Moersch, Selin Akin
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